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DEMOKRATIEfest — Sonntag, 27. September 2026 in Brettorf

DEMOKRATIEfest Brettorf — Sonntag, 27. September 2026 in Brettorf

Nach dem Fest ist vor dem Fest - nach den Wahlen ist vor der Wahl Sehr wahrscheinlich wird es 2027 wieder ein DEMOKRATIEfest in Brettorf geben. Wir fanden es fantastisch, und eure Rückmeldungen zum DEMOKRATIEfest 2026 haben uns bestärkt. Dafür ein fettes Danke.Am meisten gelernt haben wir aber nicht am Festtag, sondern in den Monaten davor: was ein Zusammenschluss zuverlässiger Menschen in kurzer Zeit auf die Beine stellen kann, von der Bühnentechnik bis zum Kuchenblech. Alle haben beigetragen, was sie konnten — und es hat dabei Spaß gemacht. Das ist der Grund, warum Leute wiederkommen.Dabei wurde deutlich: Die Zusammenarbeit der Bündnisse, Parteien und Organisationen im Landkreis ist mehr als die Summe ihrer Teile. Man weiß, wen man anrufen kann, man teilt Technik, Erfahrung und Kontakte — und man steht nicht allein da, wenn es ungemütlich wird.Das wird 2027 wichtiger denn je: Am 26. September wird in Niedersachsen gewählt, und davor liegt ein Jahr mit vielen Terminen und wenig Zeit. Netzwerke, die dann tragen sollen, müssen vorher stehen. Diese Kooperation möchten wir deshalb verstärken — und deshalb ist diese Seite nicht länger nur die Seite eines Festes, sondern ein Ort für die demokratische Vernetzung im Landkreis Oldenburg. Ein Tool dafür soll unser Kalender sein. Unter DEMOKRATIEfeste Termine stehen die Termine aus dem Landkreis und umzu — mehr als eine Liste: Ihr wählt aus, von wem und für welchen Zeitraum, und nehmt das Ergebnis mit, als PDF oder schnelle Druckseite für den Infotisch, Einfache links für Signal, Mail, als ics-Datei oder Abo für den eigenen Kalender. Bündnisse ohne eigene Website bekommen dazu eine schlichte Seite mit Terminen, Kontakt und Social-Media-Verweisen.Einsatzbereit, inhaltlich im Aufbau: Schickt uns eure Termine — und die anderer aus dem Landkreis — an redaktion@demokratiefest.org. Fragen, Anregungen und Kritik genauso.

Nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ist die AfD in beiden Ländern stärkste Kraft. In Mecklenburg-Vorpommern erreichte sie 38,2 Prozent, während die CDU mit 4,9 Prozent erstmals an der Fünfprozenthürde scheiterte. Seit dem 6. Oktober stellt Sachsen-Anhalt mit Tobias Rausch den ersten AfD-Landtagspräsidenten Deutschlands. Seine Wahl erforderte 42 Stimmen; mit den 39 Sitzen der AfD und fünf zugesagten Stimmen des BSW reichte dies für die Mehrheit. Da Rausch jedoch 48 Stimmen erhielt, stimmten mindestens vier Abgeordnete aus Parteien für ihn, die eine Zusammenarbeit zuvor ausgeschlossen hatten. Diese Entwicklungen zeigen: Rechtsnationale Mehrheiten entstehen nicht nur an der Wahlurne, sondern überall dort im Alltag – ob im Verein, im Chat oder an der Theke –, wo unsagbaren Aussagen nicht mehr widersprochen wird.

Die drei Zitate auf den "Zetteln" stehen hier nicht zur Zierde. Sie sind zwischen 1946 und 1990 geschrieben worden, von einem Pfarrer, einem Widerstandskämpfer und einem Dichter, und hintereinander gelesen beantworten sie drei Fragen: wann es zu spät ist, was aus Empörung werden muss und wie man anfängt.

Niemöllers Aufzählung ist kein Text über die Vergangenheit, sondern über eine Reihenfolge. Sie funktioniert, weil jede Gruppe für sich allein eine Minderheit ist — und weil alle anderen jedes Mal einen guten Grund haben, diesmal nicht gemeint zu sein. Wer erst aufsteht, wenn er selbst an der Reihe ist, steht allein auf.

Der Résistance-Veteran Stéphane Hessel sah in Empörung keinen bloßen Gefühlsausbruch, sondern den Anfang echten Handelns gegen die Gleichgültigkeit. Heute ist Empörung schnell getippt und verschickt, doch Verbindlichkeit bleibt selten. Dem vorsichtigen Einwand „Wo soll das hinführen?“, der Veränderungen oft bremst, setzt Kurt Marti entgegen: Geh hin und sieh nach.

Genau das haben wir im September getan – und uns dabei auf das Fest konzentriert. Dabei wurde deutlich, wie unverzichtbar diese Komponente neben Kundgebungen und Störaktionen ist: Kundgebungen zeigen Haltung und Zahl, Aktionen nehmen Rechtsextremen die Bühne. Das Fest hingegen erreicht Menschen abseits der Politik – über Musik, Kinderaktionen oder das Mitkommen mit Nachbarn – und gibt Demokratie ein persönliches Gesicht statt nur einer Schlagzeile. Drei verschiedene Zielrichtungen, gleichwertig nebeneinander.

Wer welche Aktionen übernimmt, lässt sich absprechen. Dafür muss man sich kennen — und zwar bevor man einander braucht. Ein Bündnis, das erst gegründet, ein Netz, das erst geknüpft wird, wenn man es braucht, kommt zu spät.

Am 26. September 2027 wird in Niedersachsen gewählt. Das ist keine ferne Drohung, das ist die Zeit, die wir haben. Nutzen wir sie — miteinander reden statt übereinander, und mit anderen statt über sie. Bevor es auch hier eng wird.

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